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 Buchtipp



Denunziert. 
Jeder tut mit. 
Jeder denkt nach.
Jeder meldet.
von Herbert Dohmen
und Nina Scholz


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Widerstand

In Österreich gab es in geringem Ausmaß Widerstand. Dieser hatte wenig Rückhalt in der Bevölkerung. Widerstand und Oppositionsverhalten äußerte sich auf verschiedene Arten und kam sowohl in organisierter als auch unorganisierter Form vor.

Widerstand kann verschiedene Formen annehmen. Auch das 1963 gegründete Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes orientierte sich an einem sehr breit formulierten Widerstandsbegriff:

„Angesichts des totalen Gehorsamkeitsanspruches der Machthaber und der auf seine Verletzung drohenden Sanktionen muß jegliche Opposition im Dritten Reich als Widerstandhandlung gewertet werden – auch wenn es sich nur um einen vereinzelten Versuch handelt, ‚anständig zu bleiben’.“ (Stadler 1966, S. 11)

In der Enzyklopädie des Nationalsozialismus (2001, S. 309) definiert der Historiker Hermann Graml Widerstand als jeglichen Akt

„aktiver Bekämpfung des Systems und seines Führers Adolf Hitler, von der Herstellung und dem Kleben regimefeindlicher Plakate bis zum versuchten Attentat und Staatsstreich (...)“.


Widerstand und Oppositionsverhalten kam sowohl in organisierter als auch unorganisierter Form vor. Am Sondergericht Wien bezog sich ein 


(Aufruf an die Wienerinnen 
zum Widerstand)

Großteil der rund 10.000 Verfahren auf Delikte nach dem sogenannten Heimtückegesetz: das waren zum Beispiel Witze über bzw. Beleidigung von führenden NS-Funktionären, Singen verbotener Lieder, Eintreten für Juden, Ausländer usw. Bereits eine bloße Spende aus Solidarität mit den Familien von Opfern oder auf Grund karitativer Zwecke wurde als „kommunistischer Hochverrat“ angesehen. 



Österreichische Besonderheiten

In von den Nazis besetzten Ländern gab es ein klares Feindbild. Kollaborateure waren isoliert und verachtet. In Österreich war die Situation anders. Es gab viele Denunzianten und überzeugte Nationalsozialisten. Damit bedeutete Widerstand in Österreich den Kampf gegen eine fremde Besatzung und hatte gleichzeitig den Charakter eines Bürgerkriegs Österreicher gegen Österreicher (Vergleiche Neugebauer 2000, S. 190ff.).

Ein weiteres Merkmal des österreichischen Widerstandes war, dass es auch hier eine Aufteilung in Lager gab. Zwischen dem „linken“ (organisierte Arbeiterbewegung) und „rechten“ (katholisch-konservativ-bürgerlich) Widerstand bestanden zwar Kontakte und gegenseitiger Respekt, in der Regel handelte es sich aber um keinen gemeinsamen Widerstand (Stadler 1966, S. 13)..


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(Fortsetzung...)

erstmals veröffentlicht: 1.03. 2003 - aktualisiert am: 10.10.2003  

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